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Digitale Karten für Korsika, auch offline (ein Bericht von Martin Melzer)

 

Für die Orientierung auf den Strassen reicht oft die Karte aus dem Reiseführer zusammen mit dem Navi aus. Als Navi verwende ich die TomTom-App auf dem Handy; die neue Version dieser App zahlt man im Abo, was praktischerweise eine weltweite Kartenabdeckung erlaubt. Bei TomTom konkurrenzlos sind die präzisen Stauinfos, was hoffentlich auf Korsika nicht so wichtig (dafür aber Sonntagabend in der Zentralschweiz Gold wert) ist.

 

digitale Strassenkarte von KorsikaPlant man eine Wanderung, kann man im Idealfall die Koordinaten des Ausgangspunkts direkt als Ziel eingeben (wenn man bei den Rother-Führern z.B. die GPS-Tracks heruntergeladen hat und darin sich den Startpunkt anschaut). Eventuell lohnt es, fürs Mietauto eine Saugnapf- oder Lüftungsgitter-Halterung (falls die Scheibe zu weit weg ist) mitzunehmen. Ein Tipp noch zum USB-Ladekabel: Moderne Handys brauchen ordentlich Strom beim Betrieb und zum Laden. Billige Noname-Kabel haben fast immer einen viel zu niedrigen Querschnitt und lassen die hohen Ladeströme nicht zu. Im Auto entlädt sich dann z.B. der Akku beim Navigieren, obwohl das Ladegerät angeschlossen ist. Angebliche "Genuine Samsung"-Kabel (um ein Beispiel zu nennen) sind wahrscheinlich genauso gefälscht wie ebenso bezeichnete Akkus (und von ebenso miserabler Qualität). Man sollte also die Originalkabel aus dem Lieferumfang seines Handys hüten - sie sind nur schwer zu ersetzen!

"Outdoor"-Karten

Sobald man wandern, klettern oder biken möchte, braucht man bessere Karten, als Navi oder Reiseführer bieten. Klassischerweise sind das die blauen topographischen Karten des IGN, die man in jedem Supermarkt oder "Tabac"-Laden bekommt. Wirklich nützlich sind die Karten im Massstab 1:25000 - allerdings decken sie nur ein kleines Gebiet ab. Wer viel auf der Insel unterwegs ist, hat schnell einen ordentlichen Stapel davon angehäuft. Das geht nicht nur ins Geld, sondern wird auch unpraktisch.

Dank Steve Jobs und der Smartphone-Revolution haben wir jedoch jetzt portable Geräte, die GPS, hochauflösende Bildschirme, riesige Speicher und leistungsfähige CPUs haben - fast alles, was ein mobiler Karten-Viewer braucht. Nur die Bildschirmgrösse ist zu klein - bis wir ausrollbare Displays bekommen, werden wir wohl noch 10-20 Jahre warten müssen. Aktuell am praktischsten finde ich ein 5"-Gerät - noch hosentaschentauglich, aber Platz für genügend Informationen. Den Ruf der digitalen Revolution am wenigsten gehört haben naturgemäss die Behörden, so auch die Vermessungsämter. Auch scheint der Gedanke, dass vom Steuerzahler schon bezahlte Dienstleistungen (wie das Erstellen von Landkarten) auch frei verfügbar sein sollten, den Vermessungsämtern nur langsam zu dämmern.

IGN-Karten

digitale Wanderkarte von KorsikaDank Konkurrenz von Google und Openstreetmap bewegt sich doch etwas und so sind auch die Karten des IGN immerhin online kostenlos verfügbar. So findet man unter http://www.geoportail.gouv.fr/accueil oder http://m.geoportail.fr (für mobile Geräte). Fantastisch ist das zuhause auf einem grossen Monitor! Für Mobilnutzung hingegen ideal ist die kostenlose "Géoportail mobile"-App des IGN, die man für Android und iOS mit Suche nach "geoportail" findet. Sie erlaubt es, online auf den gesamten Kartenbestand zuzugreifen und die aktuelle Position (GPS) anzuzeigen. Wichtiges Detail hier ist das Wort "online": Die Karten werden bei Bedarf vom Server geladen, dann aber im Gerät gespeichert. Das führt zu folgenden beiden Problemen: Man muss überhaupt einen Datenzugang haben. Also entweder in der Unterkunft per WLAN oder ansonsten übers Mobilfunknetz. In den Küstenregionen ist dieses gut ausgebaut und mit 3G oft auch genügend schnell. In den Bergen hat man jedoch schnell gar keinen Empfang mehr. Zweites Problem: Man muss das Datenvolumen im Auge behalten. Zwar sind (sogar für uns Schweizer!) dank bezahlbarer Datenpakete die Zeiten vorbei, in denen regelmässiges e-Mail-Abrufen mehr Kosten verursachte als eine mehrwöchige Luxuskreuzfahrt, aber wer kein "unlimited"-Paket hat, sollte hin und wieder den MB-Zähler überprüfen.

 

In der Praxis sieht das so aus: Ich weiss, dass ich am Bavella-Pass eine Wanderung machen möchte. In der Unterkunft (WLAN) schaue ich mir in der Géoportail-App das ganze Gebiet an (und zwar in allen relevanten Auflösungsstufen, nicht nur 1:25000!) und scrolle grosszügig darüber. Alle angeschauten Gebiete speichert die App lokal, so dass man vor Ort dann ohne Mobilfunk auskommt. Einzelne Kartenkacheln (so nennt man die Kartensegmente) vor Ort nachzuladen ist dann nicht mehr so aufwendig - wenn es denn Empfang hat. Leider ist es nicht möglich, ein grösseres Gebiet vorab herunterzuladen. Ganz Korsika würde vermutlich nur wenige 100 MB Platz benötigen, ein Klacks für ein modernes Smartphone.

Offline-Karten

Neben dem minimalen Funktionsumfang der Géoportail-App ist hauptsächlich das Fehlen einer komplett herunterladbaren Karte das grösste Manko des IGN-Angebots. In den letzten Jahren hat sich jedoch mit dem "OpenStreetMap"-Projekt eine Alternative entwickelt, die den professionellen Angeboten der Vermessungsämter oft schon überlegen ist. Für Android-Geräte gibt es verschiedene Projekte, die die Darstellung von hochqualitativen offline-Karten ermöglichen. iOS-Nutzer gehen hier leer aus.

Oruxmaps

Es braucht zwei Dinge: Einen Kartenviewer und die Karten dazu. Fangen wir mit dem Anzeigeprogramm an. Es gibt Oruxmaps und Locus, ich persönlich kenne und benutze Oruxmaps und beschränke mich in dieser Beschreibung darauf. Oruxmaps ist eine kostenlose Software, die von Jose Vazquez seit 2009 im Play Store angeboten wird. Etwas ungewohnt im Gegensatz zu vielen Einfach-Apps (wenige Funktionen, aber intutitiv bedienbar), ist Oruxmaps ein Feature-Monster. Lesen der Anleitung (PDF, 68 Seiten) ist sehr empfehlenswert, auch nach der Lektüre fordern umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten den Benutzer. Meiner Meinung nach lohnt der Aufwand - die Vielzahl an Funktionen, die man entdeckt, ist fantastisch. Aber keine Panik: "Nur" Karten installieren und Anschauen ist nicht so schwierig!

Openandromaps

Vergleicht man die topografischen IGN-Karten und die OpenStreetMap-basierten OpenAndroMaps, ist je nach Anwendung die eine oder andere Karte besser geeignet. Die topografischen Karten sind primär wegen der Geländesignaturen (Felsen, Wald) im Vorteil. Den GR20 wird man nicht ohne sie gehen wollen. Die OSM-Karten enthalten jedoch oft viel mehr Informationen - Bäcker oder "Alimentation" im Ort, Wasserstelle am Weg oder schöne Badegumpen im Bavella-Tal. Wo die topografische Karte einen Weg nur als Strich darstellt, zeigt die Velo-Variante Trail-Schwierigkeit und Steilheit oder die Wander-Darstellung die Klassifizierung des Wegs. Dies alles natürlich nur, wenn ein Freiwilliger diese Daten auch eingegeben hat - im Gegensatz zum staatlichen Vermessungsdienst ist die Community-basierte Karte auf fleissige Helfer angewiesen.

Installation

OruxmapsOruxmaps installiert man vom Play Store aus. Man findet eine kostenlose und eine kostenpflichtige Version, die beide den identischen Funktionsumfang haben. Ich empfehle die kostenlose Version, man kann dem Autor später direkt spenden (s.u.). Zu OpenAndroMaps gibt es mittlerweile eine Schnellinstallation, die hier beschrieben ist. Damit klappt die Installation (hoffentlich) in wenigen Schritten. Danach sollte man das hervorragende "Elevate"-Theme installieren, das eine stark verbesserte Kartendarstellung ermöglicht. Aktuell (8/2015) benötigt Oruxmaps Elevate 2, wer das deutlich leistungsfähigere Elevate 3 verwenden möchte, braucht die aktuelle Oruxmaps-Betaversion (Google findet sie im Orux-Forum). Man kann beide Oruxmaps-Versionen parallel installieren und testen.

 

Unter Menü (drei Punkte) - Anpassungen - Mapsforge-Kartenstil kann man nun die gewünschte Darstellung wählen. Zusätzlich empfehle ich, die Gelände-Schattierung zu aktivieren: Karten - Karteneinstellungen - Mapsforge-Einstellungen - Geländeschattierung anwenden. Die Schattierung wird aus dem digitalen Höhenmodell (DEM) berechnet, das man dazu herunterladen muss. Im Menü Karte - 3D-Karte wählen, dies startet den Download der DEM-Daten. Die 3D-Ansicht selbst ist eindrucksvoll, aber (finde ich) wenig nutzbringend.

 

Oruxmaps Oruxmaps

 

 

OruxmapsHat man einen der Rother-Korsika-Wanderführer gekauft, kann man vom Verlag die zugehörigen GPS-Tracks herunterladen und in Oruxmaps einblenden.

Ich finde die Darstellung in Oruxmaps deutlich praktischer als die in der Rother-Führer-App. Ein Tip noch: Hin und wieder sind die Parkplätze, von denen die Wanderungen aus starten, schwer zu identifizieren. Man kann aber bei geladener Tour in Oruxmaps den betreffenden Wegpunkt anklicken und bekommt dann die Koordinaten: Damit kann man dann das Navi füttern. Völlig steinzeitlich klappt das nur über den Umweg von Papier und Bleistift!

OruxmapsSpenden

Oruxmaps bietet einen gewaltigen Funktionsumfang und Openandromaps ist Lichtjahre gegenüber den bisherigen Gigabyte-grossen Kachelgräbern (für Kenner: Ich sage nur "MOBAC") voraus. Beide Programme sind kostenlos, was aber nicht heisst, dass sie sich von alleine programmieren. Ich empfehle, die Autoren durch Spenden zu unterstützen! Man sollte sich selbst überlegen, wie viel einem selbst die Software wert ist, auch in Relation zu den übrigen Urlaubs-Kosten: Was kosten Flug, Hotel, Fähre? Was würden Papierkarten kosten? Man kann sich zusammen mit einer Spende auch noch gleich bedanken und spezifische Fragen oder Sonderwünsche stellen - eine entsprechende Spendenhöhe sichert gleich die bevorzugte Bearbeitung...

Zum Schluss: Wasserschaden

Für einen Outdoor-Menschen sehr sinnvoll ist es, sich ein wasserfestes Smartphone zu kaufen. Ich habe schon zwei Handys wegen Wasserschadens verloren (z.B. bei Nieselregen in der doch nicht ganz wasserdichten Tasche der Regenjacke). Ein einziger Tropfen an der richtigen Stelle auf dem Mainboard zerstört dieses - ein Totalschaden.

 

Vielen Dank für diesen Artikel an Martin Melzer

 

 

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