Wandern auf Korsika
Korsika ist von allen Mittelmeerinsel mit Abstand die gebirgigste Insel und somit ein absolutes Wanderparadies. Über 70 Gipfel sind höher als 2000 Meter. Die durchschnittliche Höhe Korsika beträgt rund 560 m! Aber auch die zerklüfteten Täler und Küstengebiete haben viel zu bieten.
Während einige sich mit Tageswanderungen als Abwechslung zum Strandalltag begnügen, kommen andere nach Korsika, um die Insel zu Fuss zu durchqueren. Dies ist möglich auf dem berühmten Fernwanderweg GR20, der von Calenzana bis hinunter nach Conca führt. Daneben gibt es aber noch weitere Fernwanderwege wie die Mara a Mare oder die Mare e Monti.
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Wanderkarten:
Fürs Wandern auf Korsika sind gute Karten hilfreich oder manchmal schlicht notwendig. IGN verfügt über hervorragende Wanderkarten im Massstab 1:25'000. Wer mit einem GPS-Gerät unterwegs ist, soll sich die Anschaffung der Topo-Karte Frankreich Südost überlegen. Auch auf dieser Karte wird Korsika im Massstab von 1:25'000 dargestellt. Die eigenen Wanderungen können mit dem passenden Gerät auch aufgezeichnet werden. So hat man die Möglichkeit, diese zuhause nochmals durchzugehen. Man kann die Datei auch mit Goolge-Earth öffnen und so den zurückgelegten Weg anschauen. Gespeicherte Wanderungen kann man auch tauschen. |
Tageswanderungen
> Monte Stello
Der Monte Stello ist mit seinen 1307 m der höchste Berg des Cap Corse. Wir sind damals kurz vor Sonnenaufgang oberhalb von Erbalunga gestartet und via Gipfel nach Nonza gewandert. Man muss für diese anstrengende Tour 6 - 8 Stunden einrechnen und braucht jemanden, der einem in Nonza wieder abholt.
Monte San Pedrone
Der Monte San Pedrone ist der höchste Berg der Castagniccia und misst 1767 Meter. Von seinem Gipfel aus erblickt man das Cap Corse im Norden und die bekanntesten Zweitausender der Insel. Zu seinen Füssen liegen die Dörfer der Castagniccia verstreut im Meer von Kastanienwald. Der Aufstieg erfolgt entweder von Campodonico aus oder vom Col de Prato. Erstere Variante gefällt mir persönlich besser. Für diese Tour muss man rund 5 Stunden einplanen.
Melo- und Capitellosee
Die Wanderung zu den beiden Seen hinten im Restonica-Tal gehört zu den Klassikern Korsikas uns ist deshalb im Sommer überlaufen. Es empfiehlt sich dann, frühmorgens aufzubrechen. Zum Melosee, der auf 1710 Metern liegt, benötigt man rund 1 Stunde. Zum noch schöner gelegenen Capitellosee wandert man nochmals eine Dreiviertelstunde. Wer noch mehr möchte, dem empfehle ich, bis hoch zum GR 20 weiter zu steigen. Von dort aus sieht man bei klarem Wetter bis an die Westküste und auch der Blick runter auf die zwei Seen ist äusserst reizvoll.
> Ninosee / Lac de Nino
Am Ninosee, auf 1743 m entspringt der Tavignano, Korsikas zweitlängster Fluss. Der See liegt wunderschön inmitten saftiger Wiesen, so genannter Pozzis. Im Süden erblickt man den Monte Rotondo. Ausgangspunkt der Wanderung ist das Forsthaus Popaja an der Strasse Calacuccia - Col de Vergio. Von dort muss man bis zum Ninosee rund zweieinhalb Stunden einrechnen. Wer nicht den gleichen Weg zurückgehen möchte, setzt die Wanderung Richtung Crenosee fort, muss allerdings einen Fahrer nach Soccia bestellen, der einem dort wieder abholt. Für die ganze Strecke sollte man 6 - 7 Stunden einplanen.
Crenosee
Der auf 1310 Meter gelegene Crenosee mit seinen unzähligen Seerosen liegt inmitten eines Kiefernwaldes. Von Soccia aus erreicht man den See in rund eineinhalb Stunden.
Tavignano-Tal
Das autofreie Tavignanotal bietet eine äusserst reizvolle Alternative zum manchmal überlaufenen Restonicatal. Der Weg verläuft zwar immer am heissen Südhang des Tals, doch kann man die Hitze umgehen, indem man morgens früh aufbricht. Man kann an mehreren Stellen zum wasserreichen Fluss hinuntersteigen und sich im kühlen Nass erfrischen. Man wandert in rund zwei bis zweieinhalb Stunden bis zur Holzbrücke, macht dort ein Picknick und wandert schliesslich den gleichen Weg wieder zurück. Sehr empfehlenswert!
Punta Castellucciu
Die Wanderung auf die Punta Castellucciu ist sehr steil und für Kinder absolut nicht geeignet. Man parkt das Auto auf dem Col de la Croix (Bocca a Croce) und folgt der Piste in westlicher Richtung. Nach 10 Minuten, hier führt die Piste abwärts, zweigt man nach links auf einen Weg ab. Diesem folgt man weitere 10 Minuten, ehe der Weg dann steil wird. Glücklicherweise ist er mit Steinmännchen sehr gut markiert. Nach einem steilen und teilweise rutschigen Aufstieg von rund 30 Minuten, von wo aus man immer wieder einen schönen Ausblick auf die Bucht von Girolata geniesst, erreicht man den Gipfel. Dort stösst man auf Überreste einer prähistorischen Siedlung.
Wer noch nicht genug hat, folgt den Steinmännchen weiter bis auf den Monte Senino, der mit seinen 618 m Höhe die Punta Castellucciu um 33 m überragt.
Capu Rossu
Auf dem Capu Rossu thront ein Genuesenturm, auf dessen Plattform man über zwei Treppen leicht gelangt. Das Panorama ist Atem beraubend und vor allem im Frühjahr, wenn die Zweitausender im Hintergrund noch schneebedeckt sind, besonders zu empfehlen. Die Nordseite des 331 Meter hohen Felsens fällt beinahe senkrecht zum Meer hinunter. Man überblickt den ganzen Golf von Porto! Für die Tour benötigt man rund 3 bis dreieinhalb Stunden.
Capu d'Ortu
Das 1294 Meter hohe Capu D'Ortu ist der Hausberg von Porto. Das Panorama vom Gipfel ist einmalig! Ausgangspunkte für diese Wanderung gibt es mehrere. Am wenigsten steil ist jener vom Fussballplatz von Piana. Etwas spektakulärere Anstiege beginnen an der Strasse zwischen Porto und Piana. Man benötigt hin und zurück 5 bis 6 Stunden.
Calanche
Gleich mehrere Wanderweg führen durch die Calanche. Diese sind unterschiedlich lang und auch unterschiedlich anspruchsvoll. Am schönsten, und deshalb auch am häufigsten begangen, ist die Tour zum Château, für die man eine knappe Stunde benötigt.
Punta d'Omigna
Vom Strand von Peru führt eine kurze Küstenwanderung zum wunderschön auf einer Halbinsel gelegenen und gute erhaltenen Genuesenturm von Omigna. Der Weg ist ausgezeichnet markiert. Hin und zurück benötig man rund 2 Stunden. Vom Turm aus, der leider nicht betreten kann, reicht der Blick vom Capu Rossu im Norden bis hin zu den Sanguinaires-Insel im Süden.
Klippen von Bonifacio
Von Bonifacio aus wandert man immer nahe am Rande der Steilklippen zum Leuchtturm von Pertusato. Während der Wanderung geniesst man einen schönen Blick auf die Stadt und nach Sardinien. Der Leuchtturm kann besichtigt werden. Zeit: 3 Stunden hin und zurück.
Trou de la Bombe
Vom Col de Bavella aus führt eine leichte Wanderung in einer knappen Stunde zum Bombenloch. Natürlich ist dieses Loch aber auf natürliche Art und Weise entstanden. Man kann mit leichter Kletterei bis ins Loch gelangen. Aber Vorsicht, dahinter geht es steil hinunter!
> Aussichtspunkt (Belvédère) bei Cervione
Die einfache Wanderung zum Gipfelkreuz auf dem Belvédère von Cervione lohnt sich der schönen Aussicht auf die Ostküstenebene mit den zahlreichen Plantagen wegen. Bei klarer Sicht erblickt man am Horizont auch die Inseln Elba und Monte Cristo und selten sogar das italienische Festland!
Von Cervione aus, wo man das Fahrzeug stehen lässt, führt der Weg zuerst auf einem Natursträsschen im Zickzack aufwärts, ehe man nach einer guten halben Stunde in einer Rechtskehre den Abzweiger (linkerhand) erreicht hat. Von dort aus ist man in einer Viertelstunde beim Belvédère.
Wer nicht den gleichen Weg zurück nehmen möchte, wandert weiter und erreicht so die Madonna-Kappelle, von wo aus die Gleitschirm-Piloten starten. Es ist möglich, mit einem Tandem-Piloten ins Tal zu fliegen, sofern es das Wetter zulässt und man es vorgängig mit dem Piloten abgemacht hat. Infos findet man unter http://cimeale.free.fr/accueil.htm. Wer zu Fuss weiterwandern, folgt der Piste abwärts und erreicht Cervione in gut einer Stunde.
Manganello-Tal
Die Wanderung durchs Manganello-Tal ist äusserst kinderfreundlich. Einerseits ist die Steigung minimal, andererseits kann man sich an zahlreichen Stellen im Fluss abkühlen. Wird der Nachwuchs langsam müde, kann man einfach umdrehen und den gleiche Weg zurück gehen. Ausgangspunkt dieser Wanderung ist das kleine Dörfchen Canaglia. Höhepunkt der Wanderung sind zweifellos die Kaskaden.
Scala di Santa Regina
Die meisten kennen diese Schlucht nur vom Auto aus, wenn sie sie auf der schmalen D84 durchqueren. Nur wenige wissen, dass es oberhalb der Strasse sehr gut ausgebaute Wege aus der Genueserzeit und mehrere schöne Brücken und Badestellen gibt! Eine schöne Rundwanderung beginnt in Corscia, von wo aus man zuerst auf einer Piste und danach auf einem gut markierten Wanderweg zur Genuesenbrücke Ponte Sottano gelangt. Hier findet man unterhalb davon die ersten Badestellen im Ruda-Bach. Dem Weg folgt man weiter und verlässt unter der weniger malerischen Hochspannungsleitung das Wäldchen. Gut einen Kilometer weiter folgt man dem Weg abwärts und erreicht so nach etlichen Höhenmetern den ehemaligen Handelsweg. Wer Lust hat, folgt diesem zuerst nach links, wo man nach zwei Kilometern zu einer Quelle (im Sommer versiegt) gelangt. Der aufwändig mit grossen Steinen erbaute Weg ist noch prima erhalten und selbst schon den Abstecher wert. Auf gleichem Weg geht es wieder zurück. Schliesslich erreicht man die Pont de l'Accia, wo man weitere Bademöglichkeiten findet. Der Weg führt nun im Zickzack steil hoch und steigt danach konstant an, bis man wieder das Dorf Corscia erreicht hat.
> Monte Renoso / Lac de Bastani
> auf dem Sentier des Douaniers (von Macinaggio bis zum Genueserturm von Santa Maria)
Fernwanderungen
Um es gleich vorweg zu nehmen. Ich habe keine persönlichen Erfahrungen mit den Fernwanderwegen auf Korsika. Es gibt aber eine Reihe hervorragender Bücher über den GR20 und eine umfangreiche Internet-Seite zu den anderen Fernwanderwegen unter wartha.de.
Der bekannte GR20 führt von Calenzana im Nordwesten nach Conca im Südosten Korsikas und folgt dabei über weiter Strecken der Hauptwasserscheide der Insel. Für die Begehung benötigt man zwischen 13 und 15 Tagen und überwindet dabei während den 170 km etwa 12'000 Höhenmeter. Übernachtet wird in sogenannten Refuges, die aber in der Hochsaison schnell voll sind. Deshalb schleppen dann viel ihr Zelt mit, dass neben den ofiziellen Unterkünften aufgebaut werden darf. Der GR20 kann in der Regel von Ende Mai bis Ende Oktober begangen werden.
Insgesamt gelangt man auf drei Mare a Mare von der West- an die Ostküste oder umgekehrt. Der nördliche Wanderweg führt von Moriani nach Carghèse, der mittlere von Ghisonaccia nach Proticcio und der südliche Weg von Porto-Vecchio nach Propriano. Auf diesen Wegen wandert man in tieferen Höhenlagen als auf dem GR20. Übernachtet wird oft in Unterkünften in den Dörfern. Für die Wege benötigt man zwischen 5 und 8 Tagen.
An der Westküste gibt es zwei Mare e Monti, auf denen man an derr Küste, in Tälern oder in tieferen Höhenlagen wandert. Diese Wege sind vorr allem im Frühjahr zu empfehlen, wenn die Macchia in voller Blüte steht.
Erst seit einigen Jahren gibt es einen Fernwanderweg von Ile-Rousse nach Corte. Dieser ist allerdings kaum bekannt und es gibt noch keine Literatur darüber.
Geführte Touren auf dem GR20 bietet abenteuer-corsica.de an.
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