Korsika - ein Paradies im Mittelmeer Français  

Wanderung auf den Monte d'Oro

Monte d'Oro

Monte d'Oro

Aufstieg: 5 - 5,5 Stunden

Abstieg: 4 - 5 Stunden

Anforderung: mittelschwere bis schwere Bergwanderung (teilweise keinen Schatten, Klettereinheiten)

Ungeeignet für: Trittunsichere, Kinder unter 16 Jahren, Knie- oder Hüftprobleme, schlechte Kondition, am besten Trekkingschuhe (Turnschuhe mit anderem Profil und stabilerer Außenwand) oder eben Wanderschuhe (können bei Kletterpartien hinderlich sein), Turnschuhe nur, wenn man NICHT die Alternative läuft

Kartenmaterial: TOP25 Monte d'Oro/Monte Rotondo (1:25 000) oder Libris Wanderkarte Haute-Corse (1:60 000)

 

Die Wanderung auf den dritthöchsten Berg Korsikas (aber nur der fünfthöchste Gipfel) mit 2389m gestaltet sich nicht wie eine klassische Bergwanderung, da man hier die Chance hat, für Auf- und Abstieg zwei verschiedene Routen zu wählen. Aus verschiedenen Gründen empfiehlt es sich, die Route gegen den Uhrzeigersinn zu machen.

 

Mit der Wanderung selber beginnt man am besten im kleinen Ort Vizzavona am Bahnhof, wo man auch sein Auto stehen lassen kann; andernfalls kann man natürlich auch mit dem Zug hinfahren.

 

Der kleinen Straße, die sich aus dem Ort über das Tunnelportal der Eisenbahn hinaus am "Campinggehege für Wanderer" vorbeischlängelt, folgt man. Bald wird diese ein Waldpfad und zweigt irgendwann nach rechts über eine Brücke ab. Einfach immer dem gelben Punkt folgen. Kurz darauf folgt noch eine weitere Brücke, man geht noch ein kurzes Stück im Wald, bis die Route auf den Monte d'Oro (rechts rum) vom GR20-Fernwanderweg (rot-weiße Markierung, links rum) abzweigt und bergaufwärts führt.

 

Was zuerst ein Trampelpfad durch Kiefernwald ist, wird recht schnell zur steinigen Angelegenheit. Man überquert noch zwei Mal eine Forststraße, auf der man auch ein Stück geht, bevor es dann auf Steinen in den Wald hinein geht und zwar nicht sonderlich flach.

 

Bis hierher war der Weg äußerst schattig, aber nun kann auch mal die eine oder andere kürzere Durststrecke ohne kommen.

 

Es geht weiter durch Kiefernwaldstücke oder am Waldrand entlang über große Steine mit der einen oder anderen Kraxel-Einheit, aber im großen und ganzen kommt man gut voran und kann schon von hier wunderbare Blicke auf die Natur genießen.

 

Auf circa 1300 Meter über Meer kommt man im Wald auf einen Bachlauf (Ruisseau de Speloncello), den man überquert und an dem man sich auch durchaus mit einem klaren Schluck Quellwasser erfrischen kann.

Das Plätschern des Baches hört man schon von einiger Entfernung, da es ansonsten bis auf ein paar Vögel ziemlich still ist, und es begleitet einen auch noch eine Weile, denn nun geht es steiler aufwärts und nicht mehr in kleinen Serpentinen hin und her.

 

Irgendwann hat man dann auf 1500m die Baumgrenze erreicht und läuft nun weiter zwischen Büschen den Berghang hinauf – wortwörtlich über Stock und Stein.

Bald darauf kommt man an einem Holzschild – wie die Wegweiser zum Monte d'Oro oder Monte d'Oru (anscheinend war man sich bei der Beschriftung nicht ganz einig) – vorbei, das auf eine Quelle verweist und an der man Wasser auffüllen kann.

 

Die hier noch vorhandenen Büsche mit schönen lila trichterförmigen Blumen begleiten einen bis zur ersten schwierigen Stelle, weshalb man die Tour auch gegen den Uhrzeigersinn machen sollte, ein Couloir von 100 Metern steil nach oben.

Dieses führt linkerhand an der Felswand im Winkel von 60° nach oben, und ist gleich mehrfach mit den gelben Punkten markiert. Falls man mal keine mehr sieht, findet man seit der Baumgrenze auch vermehrt Steinmännchen. Ab und zu gibt es zwei Aufsteigmöglichkeiten, es bietet sich hier an rechterhand weiterzuklettern/-wandern, da die linke steiler ist.

 

Wenn man das Couloir an der Bocca di Pozzi ("Pozzi-Mund"), an dem sich übrigens auch die verfallene Bergerie de Pozzatelli (Schäferhütte) befindet, überwunden hat, hat man vor sich das erste Mal seit dem Aufstieg den echten Gipfel des Monte d'Oro vor sich, sowie hinter sich die Punta Renosa zu der ein kleiner Abstecher, falls man früh genug startet lohnt, denn von hier hat man bessere Sicht auf Vivario, Tattone und Vizzavona.

Die Felsformation mit dem V-förmigen Einschnitt ist ebenfalls ein Erlebnis wert, vor allem da es auf der anderen Seite extrem steil abwärts geht.

 

Von hier ab geht es ein gutes Stück lang auf einer im Vergleich zum vorigen Weg ziemlich Flachen Matte entlang, vorbei an einer kleinen Notunterkunft in einem viereckigen Steinfundament und Thunfischdosen, sowie Feuerstelle, die man sich im Hinterkopf behalten sollte, falls schlechtes Wetter aufzieht.

 

Noch einmal zwanzig Meter weiter aufwärts endet die Matte und man muss ein großes Geröllfeld überqueren, bei dem man eventuell Schwierigkeiten hat die gelben Punkte zu sehen.

 

Jetzt wird es wichtig. Wenn man bis zur Stelle gelaufen ist, an der man quasi über eine steinerne Schwelle tritt, hinter der es in einem Steiltal wieder abwärts geht geht es RECHTS hinauf zum Gipfel. RECHTS auf selber Höhe um den Gipfel herum führt der gelb markierte Wanderweg. Der Weg zum Gipfel selber ist nur mit Steinmännern ausgewiesen.

Am besten lässt man an dieser Stelle – gut sichtbar! - ein Tuch oder am besten gleich den ganzen Rucksack zurück, da der beim Gipfelanstieg nur stört, denn zu dieser Stelle zurückzufinden ist wichtig, da man hier oben unter den ganzen Steinen schnell die Orientierung verlieren kann.

 

Ab hier haben die Bergdohlen das sagen, denn wir sind hier schon auf 2350 Metern Höhe.

Um nun ganz auf dem Gipfel zu kommen muss man den Steinmännchen folgen bis man an eine Stelle kommt, an der es links abwärts geht, man aber rechts auf einen Felsvorsprung klettern muss.

Bitte macht dies nur, wenn ihr absolut schwindelfrei seit, denn ab hier kann ein Sturz wirklich sehr sehr böse ausgehen, denn kurz darauf muss man auch noch einen keinen Sprung am Rande des Abgrunds wagen.

Wenn man aber diese Hürde genommen hat sind es noch 10m bis zum Gipfel der unverfehlbar mit dem Alu-Gipfelkreuz winkt.

 

Oben angekommen offenbart sich ein fantastischer Blick im Norden bis zum Ponte-Vecchio, im Osten bis an die Küste nach Aléria, im Südosten der fast ebenso hohe Monte Renoso und dahinter der Monte Incudine beim Bavella-Pass, im Süden der Golf von Ajaccio, im Südwesten der Golf von Sagone und im Nordwesten der Monte Rotondo und dahinter – der König – Monte Cinto, aber natürlich auch vierhundert Meter unterhalb des Gipfels den Lac d'Oro

 

Wer bis spätestens 15:00 Uhr im Sommer (Anfang/Mitte August) nicht die Stelle erreicht hat, wo er den Rucksack deponieren soll, der möge bitte dem Rundweg weiter folgen, da der Gipfelsturm eine halbe bis dreiviertel Stunde braucht und einem die Zeit bei Sonnenuntergang dann fehlt.

 

Der Rundweg führt südwestlich des Gipfels weiter, man umrundet selbigen 100 Meter tiefer und steigt dann wieder auf, bis man den Grat an der "Bocca di Porco", die zum Lac d'Oro hin abfällt, erreicht hat und läuft diesem dann entlang in Form einer zwei Kilometer langen S-Kurve bis Nahe der "Pointe Muratello", wo der Rundweg auf den GR20 aus Calenzana trifft. Der Weg führt am Grad entlang in moderat steilem Gefälle bis auf die Matte, wo der GR20 anschließt. Die Möglichkeit sich hier groß zu verlaufen ist quasi Null, und außerdem hat man einen fantastischen Blick ins Agnone-Tal, sowie auf den Lac d'Oro, sowie den Petit  Lac d'Oro und das Refuge de l'Onda.

 

Der GR20 selber ist viel mehr Wanderweg als die gesamte Route bisher, was wohl auch daran liegt, dass hier deutlich mehr Menschen entlangtrekken; der Weg hinunter zum Agnone-Bach zeichnet sich gut ab. Es geht geschlängelt und etwas steil dem Tal entgegen, hier ist nachmittags mit nicht ganz so viel Sonneneinstrahlung zu rechnen (Ost-Hang).

 

Irgendwann wird der Weg dann flacher und man läuft entlang des Rinnsals namens Agnone bis man die Baumgrenze erreicht – Baum ist vielleicht übertrieben, es sind baumhohe Büsche und der sonstige Macchia-Bewuchs. Hier wird man außerdem auch auf Schafe und Bergziegen, sowie Rinder mit geschwungenen Hörnern treffen, aber keine Angst, diese sind äußerst angriffsunlustig.

 

Wenn die Baumdichte zunimmt wird man bald eine Brücke über einen Felseinschnitt unter dem sich eine herrliche Gumpe befindet überqueren, in die man von der Brücke aus auch hineinspringen kann. (siehe auch Wanderung ins Agnone-Tal)

 

((Alternativ, kann man, wenn man abenteuerlustig ist, sich auch den Umweg über den Grat der "Bocca di Porco" sparen und direkt das Steiltal hinab, an dessen Ende man den GR20 schon sieht, aber BITTE diese Wegvariante nur wählen, wenn man absolut trittsicher ist, körperliche Fitness aufweist und einige Bergsteiger- und vor allem Klettererfahrung hat. Es muss klar sein, dass dies kein Wanderweg ist, wir haben nur ein einziges Steinmännchen gesehen und das war noch weit oben nahe des Gipfels, dies ist also eine seltenst genutzte Möglichkeit ins Agnonetal zu kommen. Um Gottes Willen niemanden dazu überreden, diese Variante auszuprobieren, der es sich nicht zutraut.

Ab hier wandert man auf alleinige Verantwortung.

 

Anstatt den Gipfel des Monte d'Oro zu umrunden folgt man dem Steinschotterfeld bergab.

Hier immer schön mittig halten, denn links und rechts ist es noch zu steil um im Flussbett zu Laufen.

Irgendwann ist man dann aber doch gezwungen ins Flussbett zu wechseln, wobei der Einstieg an einer Stelle ziemlich einfach ist, dort lag bei uns noch im August Schnee!, von hier an muss man mehrmals die Stufen des Wasserfalls springend, hangelnd oder auf dem Hosenboden rutschend bezwingen, bis einmal eine 20 Meter hohe Stufe kommt, die man leider nicht mehr bewältigen kann.

 

Hier muss man an der rechten Felswand emporklettern (hier ist es einigermaßen einfach) und wieder ein ganzes Stück oben am Rand der Klamm weiterlaufen. Hier kommen auch schon einige Büsche, durch die man hindurch muss, aber kurz danach kann man wieder eine Weile im Flussbett abwärts, bis eine ähnlich hohe Stufe kommt, an der man das Flussbett wieder rechts verlassen muss. Ab hier tritt dorniger Macchia-Bewuchs auf und man muss sich auf zerkratzte Beine einstellen und ab hier muss man auch oben einige Kletterpartien in Kauf nehmen.

 

Ein letztes Mal gehts nun ins Flussbett (die Zeitpunkte, wann man ins Flussbett wechseln kann/sollte sind einfach zu erkennen, denn von rechts schließen sich ab und zu kleine Bachbetten an, die ein obiges weiterlaufen unterbinden, da man die Klamm nicht überwinden kann.

 

In diesem Teil des Flussbettes kommt man mit großen Steinen in Kontakt, die kaum Grip haben und man somit den Hosenboden zwingend zum Rutschen braucht. Bei der vorletzten Stufe muss man einmal ein Stück linkerhand aus dem Bachbett heraus, da der Weg in der Klamm versperrt ist.

 

Leider ist man noch einmal darauf angewiesen wieder aus der Klamm emporzuklettern, da die allerletze Stufe 40 Meter hoch ist und hier das Durchkommen auf gar keinen Fall möglich ist. Diese Klettereinlage ist zugleich auch die gefährlichste, aber hier gibt es eigentlich kein Zurück mehr, das heißt, man muss hier aus dem Bachbett. Das Erfordert schon einiges an Selbstvertrauen, deshalb nochmal die wiederholte Warnung: Kletterkünste vorausgesetzt.

 

Wenn man aber oben ist, fällt das Gelände nur noch flach, man wird auf einige Kuhfladen der Rinder treffen und schon die rot-weiße Markierung des GR20 auf einigen Steinen erkennen können; ab dieser Stelle hat man es geschafft und kann in der Nähe der Brücke auf den GR20 aufschließen und weiterlaufen.

 

Diese Variante geht übrigens nur talabwärts, bitte nicht als Aufstiegsvariante ausprobieren! Wer allerdings diese Tour auf sich nimmt kommt mit völlig Unberührter Natur in Kontakt, an der noch so gut wie niemand war.))

 

 

Wenn man sich nach der Brücke ein Stück an der Agnone hält, wird man durch eine in Stein geformte Thermenlandschaft mit Steinbecken, durch die das Wasser fließt belohnt. Hier kann man für eine Weile die Füße kühlen und kneippen, oder ganz baden.

 

Ab hier sollte man entscheiden, ob man die Wanderung durchs Agnone-Tal beendet, oder ob man dem GR20 am rechten Talhang folgt; ersteres dauert ca. eine halbe Stunde länger, wegen mehrmaliger Kletterabstiege, die aber auch für Anfänger zu schaffen sind (siehe Wanderung durchs Agnone-Tal).

 

Wenn man den GR20 entlangläuft geht es auf schmalem Grat zwischen den Bäumen hindurch, bis einmal ein extrem steiler Abstieg folgt, quasi wie eine steile Treppe an der Stufen fehlen ;). Danach geht es über Stock und stein am Hang entlang bergab, linkerhand die Agnone bis man schließlich den kleinen Kiosk an der Brücke beim Hochseilgarten erreicht.

 

Entweder rüber über die Brücke und noch einen Kilometer laufen, bis man zur Stelle kommt, wo man morgens den GR20 nach den zwei Brücken verlassen hat, und den Weg wieder bis nach Vizzavona laufen, oder nicht die Brücke überqueren, durch den Hochseilgarten laufen, bis man den Weiler La Foce am Vizzavona-Pass erreicht und die letzten Kilometer trampen.

 

Alles in allem hat man hier nach 10 Stunden mit Pause eine atemberaubende Bergtour hinter sich, von der man noch lange schwärmen kann, allerdings können einem die Füße am nächsten Morgen erzählen, wo man denn am Vortag war. ;)

 

 

 

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