Korsika - ein Paradies im Mittelmeer Français  

Uomo di Cagna

Wanderung auf den Uomo di Cagna

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Korsika Wanderung auf den Uomo di CagnaAufstieg:  2 ½  - 3 h

Abstieg: 2 – 2 ½ h

Anforderung: ausgeprägte Bergwanderung auf gut markiertem Pfad (gelb), jedoch letzter Abschnitt zum Gipfel herausfordernde Kletterei über Felsbrocken, Wanderschuhe obligatorisch!, für Kinder ab ca. 16 Jahren

 

Tour: Das Auto parken wir auf dem Dorfplatz bei der Kirche von Giannuccio. Das Dorf ist recht abgeschieden (Sackgasse) und man kann hier den „Weltfrieden“ wohl noch erfahren und leben. Wir folgen dem Wegweiser „Uomo di Cagna“, befinden uns auf asphaltiertem Dorfsträsschen und kommen an Häusern vorbei. Nach ca. 5 min zeigt uns links der nächste Wegweiser den schmalen Pfad, den wir nehmen müssen. Wiederum 5 min später biegt der Weg bei einem bekannten Schild nach rechts. Morgens befinden wir uns auf diesem Abschnitt der Wanderung im Schatten, da es ein Westhang ist. Kurze Zeit später steht linkerhand ein kleines „Wasserreservoirhäuschen“ und von da an verläuft neben unserem Weg längere Zeit eine schwarze Leitung, die wohl Wasser aus einer Quelle fürs Dorf abzapft. Jetzt wird es strenger, der Weg verläuft wie ein Saumweg im Zick-Zack-Kurs meist steil ansteigend und durch Maggiagewächs. Etwa dreimal haben wir Gelegenheit die Aussicht auf Giannuccio und die Umgebung zu geniessen, weil sich das Buschwerk kurz lichtet. Nach insgesamt ca. 40 min. will uns jemand irreführen und hat auf einen Felsblock einen grossen blauen Pfeil gepinselt. Der weist nach links zu irgendeinem unscheinbaren Rinnsal oder Quelle. Für uns geht es mehr oder weniger gerade oder rechts aufwärts weiter.

 

 

Korsika Wanderung auf den Uomo di CagnaNach ca. insgesamt 1 h taucht in weiter Ferne erstmals der Wackelstein auf. Hier sind wir bei einem Hochplateau angelangt. Wir haben eine tolle Fernsicht zur Südküste und rundherum ist die Gegend mit kreativ geformten Felsbrocken dekoriert. Weiter geht der Weg während knapp 1 h durch den Wald. Überall stehen Steinmännchen und wohl weil wir sonst kaum einer Menschenseele begegnen, erinnerte es mich an einen Märchenwald mit Zwergen oder Kobolden, die alle paar Meter lauern. An einer Stelle ist sogar auf der kompletten Länge eines umgefallenen Baumstammes am Wegrand alles Steinmännchen aufgereiht! Sieht witzig aus!

Nach dem Wald stehen wir auf einem Hochplateau, die Steinmännchen weisen uns geradeaus kurz weiter, zweigt bei einer blauen Markierung nach rechts und 25 m später bei einem Felsentor rechterhand nach links ab. Von jetzt an sind nebst Steinmännchen noch weitere Markierungen wichtig. Anscheinend konnte man sich nicht auf eine Farbe oder Form einigen: blaue Punkte, gelbe Punkte, blau-gelbe Punkte, rote Pfeile. Wer nicht gerne und sicher klettert oder trittunsicher ist, hat ab hier nichts mehr verloren und sollte sich auf den Rückweg machen. In stetigem Auf und Ab folgen wir dem Pfad über Stock und vor allem eben Stein, benötigen alle 4 Extremitäten und haben vermutlich das Gefühl im Kreis zu gehen. Diese Annahme ist auch richtig. Wir befinden uns nämlich an der linken, schattigen Seite des Felsens. Nach ca. 20 min. lassen wir die Baumgrenze definitiv hinter uns und ca. 20 m unterhalb eines grossen Felsens zweigt der Weg dort hinaus. Geradeaus würde eine Alternativabstiegsmöglichkeit zum Col de Monaco führen, aber wir wollen zunächst ja mal empor. Bei diesem grossen Felsen steht mit blauer Farbe geschrieben „Cagna / 300m / Bravo“. Freuen wir uns aber nicht zu früh, denn es dauert von da an noch ca. 30 min. und bringt tückische Felsblockkletterei mit sich.

 

Kurz ist es noch ein Weg mit Steinmännchen markiert, schon bald aber geben uns die Steinsbrocken den letzten Wanderungsabschnitt vor. Nur rar sind kleine Steine als Markierung und wir müssen aufpassen nicht in eine Spalte zu rutschen. Den Uomo die Cagna haben wir meist im Blickfeld, doch wir sollten nichts überstürzen und konzentriert kraxeln. Sind wir dann am Fusse des Wackelsteins klettern wir möglichst noch auf gleich benachbarte Felsbrocken in westlicher Richtung, damit wir eine atemberaubende Aussicht auf den Wackelstein geniessen und dementsprechend fotografieren können. Unter anderem erblicken wir den Flughafen Figari, einige Strände an der Südspitze, bei klarer Sicht Sardinien und in nordwestlicher Richtung in ganz weiter Ferne sogar die markante Paglia Orba. Pausieren, geniessen und sitzen wir doch ein Weilchen, bevor wir den Rückweg in Angriff nehmen. Als ich oben war, herrschte überhaupt kein Wind, was für komplette Stille sorgte und beinahe kam es mir vor, was hätte jemand die Zeit angehalten, weil sich auch nichts sonst bewegte. Der „Uomo di Cagna“ wollte sich nicht in ein Gespräch mit mir vertiefen, bzw. auf Korsisch waren wir da wohl sowieso recht schnell gescheitert. Er war vor allem frühe ein wichtiger Orientierungspunkt für die Schifffahrt, ist aber heutzutage wohl bereits in Rente und steht alleine und ausgemustert bei Wind und Wetter auf 1217 m.

 

 

Für den Abstieg lassen wir uns nichts Neues einfallen und wandern wie beim Aufstieg zurück. Eine Alternative gemäss „Rother Wanderführer“ wäre der Weg über den Col de Monaco. Dieser fordere aber guten Orientierungssinn und sei teilweise stärker verwachsen, heisst es.

 

Beschreibung und Bilder: Claudia Lendi

 

Korsika Wanderung auf den Uomo di Cagna Korsika Wanderung auf den Uomo di Cagna
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